Dualseelen - Der grosse Irrtum?

Dieser Artikel wird nicht einfach werden. Dieses Thema ist heiß. Denn es geht um die Beziehung zwischen zwei Menschen. In der Regel zwischen einer Frau und einem Mann, aber es gilt auch genauso für Frau / Frau und Mann / Mann Beziehungen. Aber aus Vereinfachungsgründen und weil es uns am häufigsten begegnet, sprechen wir im folgenden um die Liebe zwischen einer Frau und einem Mann.

Da gibt es also diesen EINEN MANN zu dem sich eine Frau unwiderstehlich hingezogen fühlt. Beziehungen, die nicht zustande kommen...

Beziehungen, die zeitweise emotional und intensiv sind und dann wieder Funkstille - On/ Off-Beziehungen nennen es unsere Klientinnen. Beziehungen, wo er oder beide noch mit einem Partner verbunden sind. Oder auch Frauen, die darauf warten, dem einen Mann zu begegnen, der ihr Leben erfüllt und sie glücklich macht. 

 

Das Gefühl, was alle diese Frauen gemeinsam haben, ist das Gefühl das sie sich ohne diesen einen Mann unvollständig fühlen. Die Sehnsucht mit diesem Menschen zusammen zu kommen, ist die Sehnsucht nach Vollständigkeit/ Einheit. Im Englischen gibt es dafür das Wort „Oneness“, das es viel treffender ausdrückt. Es ist natürlich auch die Sehnsucht nach einer erfüllten Liebe / Beziehung und das Gefühl, das der eigenen Seele etwas fehlt.


Unsere Klientinnen möchten zum Beispiel wissen:

Ist dieser Mann meine Dualseele?

Werde ich meiner Dualseele noch begegnen?

Was muss ich bzgl. der Beziehung zu meiner Dualseele noch lernen?

Warum kann ich mit meiner Dualseele nicht zusammen kommen?

Wir geben es zu. Lange Zeit haben wir das Thema Dualseele vor uns her geschoben. Doch wir haben das Gefühl, das wir nun einmal dazu Stellung nehmen sollten. Auch aufgrund unserer jahrelangen Erfahrungen, wo wir Menschen in Frühere Leben, in Seelenreisen oder in die geistige Welt begleitet oder als Medium für unsere Klienten erlebt haben.

Doch zunächst müssen wir etwas klären. 

 

Was ist überhaupt eine Dualseele? 

 

Dualität bedeutet übersetzt Zweiheit. Bei einer Dualseele gehen die meisten davon aus, das sich die Seele im Geburtsprozess in zwei identische Teile geteilt hat. Diese beiden Seelenteile sind nun eng miteinander verbunden, da sie ja ursprünglich aus einer Seele entstanden sind.

Dabei stellen sich uns folgende Fragen:

Warum sollte sich eine Seele teilen? 

Sind wir nicht auch so vollständig?

Was ist aus spiritueller Sicht der tiefere Sinn? 

Dualität, also eine Teilung der Seele, macht dann Sinn, wenn es trotz Ähnlichkeiten unterschiedliche Aspekte / Anteile der Seele gibt. So wäre z.B. eine Teilung der Seele in einen weiblichen und männlichen Anteil denkbar. Doch jede menschliche Seele erlebt diverse Inkarnationen als Mann und als Frau, um hier auf der Erde zu lernen und Erfahrungen zu machen. Das wissen wir aus der Erfahrung vieler Rückführungen definitiv. Aus unserer Sicht ist dieses Konzept der Dualseelen, der Teilung bei der Seelengeburt, ein großer Irrtum.

Dualseelen-Konzept nach Christina von Dreien

Einen etwas anderen Ansatz zum Thema Dualseelen erläutert Christina von Dreien im zweiten Band „Die Vision des Guten“ S. 61-63 sinngemäß folgendes: „Das höhere Selbst einer Seele, entscheidet sich erstmalig vor einer Inkarnation als Seele aufzuteilen und in zwei Körper zu inkarnieren. Es ist dann im Seelenplan vorgesehen, das sie sich in dem Leben treffen. Wenn sich diese beiden Dualseelen-Anteile treffen, erkennen sie das was ihnen fehlt und sie werden aufgefordert voneinander zu lernen. Werden diese Lernprozesse angenommen, dann wird der Seelenplan erfüllt und es kann eine erfüllende Partnerschaft entstehen. Bis dahin kann es ein steiniger Weg sein. Zwillingsseelen bzw. Geschwisterseelen sind nach Christina von Dreien zwei eigenständige Seelen, die einen gemeinsamen Seelenursprung haben. Die Seelenreise durch viele Inkarnationen verläuft unterschiedlich. Wenn sie sich treffen, dann resultiert die Vertrautheit aus diesem gemeinsamen Seelenursprung."

 

Dieses Konzept ist aus unserer Sicht schlüssiger, denn hier geht es um ein zeitlich begrenztes Lernen, während einer bestimmten Inkarnation. Die Seele geht zeitweise in die Dualität, um eine Lernaufgabe zu erfüllen und bestimmte Seelenqualitäten zu entwickeln. Zum Beispiel die Lernaufgabe der bedingungslosen Liebe. Als Seele in zwei Körpern zu inkarnieren ist schon sehr herausfordernd. Die Liebe zum fehlenden Teil, wäre somit die vollständige Annahme des eigenen Selbst.


Seelenverwandtschaft

Die Vertrautheit zu einer Seele kann auch aufgrund einer Seelenverwandtschaft beruhen. Denn die Seele ist nicht allein. Bei der Entstehung der Seelen haben sich Seelen zu Seelenfamilien bzw. Seelengruppen zusammen getan. Die Seelenfamilie ist dabei nicht mit der irdischen Familie identisch. Die Aufgabe einer Seelengruppe ist von einander zu lernen und sich gegenseitig in der Entwicklung zu unterstützen. Natürlich haben wir auch Verbindungen zu anderen Seelengruppen. Und es ist auch möglich die Seelengruppe nach mehreren Inkarnationen zu wechseln. Alle Seelengruppen bilden gemeinsam eine große Seelengemeinschaft. 

Bleiben wir bei dem engeren Kreis der Seelenfamilie. In dieser Gruppe gibt es natürlich Seelen zu denen wir uns besonders hingezogen fühlen - Seelengefährten. Mit unseren Seelengefährten haben wir schon viele Inkarnationen erlebt. Auch in unterschiedlichen Rollen Mann / Frau - Mutter / Tochter - Vater / Tochter - Schwester / Bruder, um nur einige zu nennen.

Wenn uns ein Seelengefährte im heutigen Leben begegnet, dann ist die Anziehung sehr intensiv. Wir spüren alle guten, aber auch die nicht so guten Inkarnationen, die wir mit dieser Seele erlebt haben auf einmal. Anziehung / Liebe und Furcht / Angst können sich dabei abwechseln.

 

Immer ein Hinweis dafür, das es da aus früheren Leben noch etwas zu klären bzw. anzuschauen gibt. Ob es in diesem Leben zu einer Beziehung kommt, das steht auf einem anderen Blatt. Vor dieser Inkarnation haben wir uns mit Mitgliedern unserer Seelenfamilie inkl. unserem Seelengefährten verabredet bestimmte Dinge zu lernen, damit sich die eigene Seele weiter entwickeln kann. So kann sich unser Seelengefährte dazu bereit erklärt haben uns dabei zu helfen in die Selbstliebe zu kommen, ins Vertrauen zu kommen oder auch mutig der Berufung zu folgen. Diese sogenannte Hilfe wird dabei oft sehr schmerzlich empfunden. Aber vielleicht kennst Du das? - Wäre ich diesem Menschen nicht begegnet, dann wäre ich niemals diesen Weg gegangen. Das sind Verabredungen gewesen, die in der geistigen Welt getroffen wurden.

Jeder Mensch der Dir begegnet und zu dem Du eine emotionale Bindung aufbaust, bringt Dir etwas bei. Er zeigt Dir immer das, was Du noch zu lernen hast. Und Du zeigst es ihm natürlich auch. Seelengefährten kennen sich natürlich aufgrund vieler gemeinsamer Seelenjahrhunderte besonders gut. Dein Seelengefährte wird dich immer besonders empfindlicher treffen und heraus fordern. Es ist das gleiche Spiel wie in der irdischen Familie. Die Menschen denen wir besonders nah sind, können uns am intensivsten lieben aber auch sehr intensiv verletzen. Einfach, weil sie uns am besten kennen.

 


Abschied von der Dualseele?

Vielleicht hat sich das höhere Selbst deiner Seele für diese Inkarnation entschieden sich als Dualseele aufzuteilen, um diesem Seelenanteil zu begegnen und einen gemeinsamen Lebensweg zu gehen. Vielleicht ist deine Seelenaufgabe, aber in in diesem Leben auch eine ganz andere.


Von der Idee der Dualseele, musst Du dich nicht verabschieden. Es ist aber - besonders für die Frauen - an der Zeit sich von dem Glauben zu verabschieden, das nur dieser eine Mensch in der Lage ist uns vollständig werden zu lassen. Vollständig sind wir schon, das waren wir schon immer. Es ist an der Zeit dies wieder zu erkennen. Dann ist der Weg auch frei für die Seelenverbindung zu einem anderen Mann / zu einem anderen Menschen, wo wir uns geborgen und geliebt fühlen und die uns den Raum gibt seelisch zu reifen und zu wachsen.

 

Es wird wohl noch einige Inkarnationen dauern, aber aus spiritueller Sicht geht es darum mit vielen Seelen Verbindungen eingehen zu können. Verbindungen auch zu den anderen Seelengruppen und zur großen Seelengemeinschaft. Auf der Seelenebene sind wir alle Eins.

 

 

Es gibt eine berührende Szene aus dem Film „Wie im Himmel“.  Lena eine junge Frau zeigt Daniel dem berühmten Dirigenten einen gemalten Engel an der Wand eines Klassenzimmers und sagt sinngemäß: „Diesen Engel hat mein Großvater für mich gemalt, um mich daran zu erinnern, das ich ein Engel bin. Mein Großvater konnte meine Flügel sehen. Auch Du Daniel bist ein Engel, ich kann deine Flügel auch sehen. Man ist fertig, wenn man die Engelsflügel bei jedem Menschen sehen kann.“

 

Wir sind angekommen, wenn wir das Licht der Seele in jedem Menschen sehen können.

 

 

© Ralf Hungerland & Nicole Frost, Selmsdorf - Ursprung 16. November 2017; Neue Fassung 14. Mai 2018


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