Praxisbeispiel Rückführung

Ein persönliches Erlebnis von Nicole


Mein Thema in dieser Rückführung war: Angst und Herzklopfen, wenn ich vor größeren Gruppen sprechen muss

 

Ich erzähle Dir die Geschichte, so wie ich sie in der Rückführung erlebt habe:

1.Szene

Ich sehe ein Kirchendach, das zu einem Hof gehört. Ich stehe auf einer kleinen Brücke und gehe zum Tor des Gebäudes oder Hofes. Ich bin eine Frau im Alter von ca. 25-30 Jahren. Ich habe Herzklopfen und Angst dort hineinzugehen. Ich öffne das Tor und stehe im Innenhof. Es sind keine Menschen zu sehen. Ich sehe eine Treppe die hoch zu dem Kirchturm führt, den ich von Außen gesehen habe. Ich habe große Angst dort hoch zu gehen. Ich gehe nach oben und stehe vor der Tür- ich klopfe und höre Schritte. Die Tür öffnet sich und ein Mann bittet mich herein. Er setzt sich hinter seinen Tisch mit dem Rücken zum Fenster. Ich setze mich und er hält eine Papierrolle mit einem roten Siegel in der Hand. Er liest mir vor was dort drin steht. Er sagt mir dass meine Tochter tot ist. Ich weine und bin sehr traurig.

Warum ist meine Tochter tot ? Ich gehe in der Zeit dieses Lebens zurück.

2. Szene

Ich bin auf dem Bauernhof, wo ich mit meiner Tochter und meinen „Adoptiveltern“ oder Großeltern lebe. Meine Tochter hat lange braune Haare und ist ca. 5/ 6 Jahre alt. Ich spüre zu ihr eine ganz enge Verbindung und liebe sie über alles. Ich weiß dass ich den Bauernhof verlassen muss, da ich Arbeit auf dem „Gutshof“ bekommen habe. Ich verabschiede mich und sehe wie alle drei vor dem Hof stehen und mir zuwinken und lächeln. Ein sehr schönes und liebevolles Gefühl durchströmt mich. Ich verspreche das ich bald wieder zurück bin.

3. Szene

Ich gehe wieder über die Brücke und stehe wieder vor dem „Gutshof mit Kirchturm“. Habe wieder Herzklopfen dort hineinzugehen. Ich öffne das Tor und stehe im Hof. Gleich rechts neben dem Hofeingang befindet sich mein Arbeitsraum. Ich gehe rein- dort steht ein Tisch am Fenster und ich kann draußen die anderen Menschen die dort arbeiten sehen. Ich lese und schreibe etwas. Ich glaube, ich bin für irgendwelche organisatorischen Dinge, die mit dem Gutshof zu tun haben zuständig.

Jetzt sehe ich, dass ich ein Buch hole, was ich hinter den anderen Büchern im Bücherschrank versteckt habe. Darin geht es um Pflanzen, Kräuterheilkunde. Ich scheine heilen zu können, was aber niemand wissen darf. Eine Frau kommt zu mir, die Schwanger ist und mich um Hilfe bittet, da sie das Kind nicht behalten kann. Ich gebe ihr ein Kräutergemisch (zur Abtreibung) und lege meine Hand auf ihren Bauch.

Sie ist mir sehr dankbar.

4. Szene

Wir wurden verraten oder erwischt und wir werden verurteilt. Alle stehen draußen im Hof und wir stehen (Frau und ich) vor den anderen Menschen, die dort auch arbeiten. Alle schauen auf uns. Ich habe Angst und Herzklopfen. Das Urteil wird gesprochen. Sie wird zum Tode verurteilt (sie soll verbrannt werden). Über mich wird dort kein Urteil ausgesprochen. Ich bin wütend und traurig und fühle mich auch schuldig.

5. Szene

Es ist dunkel und der Scheiterhaufen brennt- ich muss mir ihre Verbrennung mit ansehen- schaue aber weg- mit dem Blick nach unten- ich verstumme- fühle mich machtlos.

6. Szene

Ich befinde mich wieder auf dem „Gutshof“ und man bittet mich wieder in den Kirchturm zu kommen. Ich gehe wieder die Treppe hoch- habe Angst und Herzklopfen- ich ahne etwas... Ich gehe in das Zimmer- der gleiche Mann aus der ersten Szene überbringt mir die Nachricht dass meine Tochter tot ist. Sie wurde mir genommen, um mich so zu betrafen. Ich breche in Tränen aus. Es fühlt sich so an als hätten sie mir mein Herz heraus gerissen. Bin in diesem Augenblick innerlich gestorben.

7. Szene

Ich gehe wieder zum Bauernhof zurück- unendlich traurig- fühle mich innerlich leer. Ich möchte auch nicht mehr sprechen- bin verstummt. Gehe in das Haus, meine „Eltern“ sitzen dort und reden auch nicht mehr. Große Traurigkeit bei allen. Meine „Eltern“ sterben bald darauf. Ich bewirtschafte den Hof alleine und widme mich weiter meiner Heilkunde und den Kräutern, da ich nichts mehr zu verlieren habe. Ich lebe dort allein und zurückgezogen. Ab und zu kommen Frauen zu mir, die ich behandle. Mit ca. 52 Jahren sterbe ich. Ich sehe mich in meinem Bett liegen- ich scheine relativ friedlich eingeschlafen zu sein.

8. Szene

Bin im Himmel, alles ist hell und ganz weiß – es fühlt sich sehr leicht an...ich gehe weiter und befinde mich in einem wunderschönen Garten....ich gehe weiter und sehe einen Springbrunnen mit einer weißen Sitzbank davor. Ich setze mich auf die Bank und genieße die Stille....auf einmal taucht hinter den Rosenbüschen meine kleine Tochter auf. Sie hat ein weißes Kleid an und blonde Haare. Sie sieht aus wie ein Engel. Ich freue mich so sehr sie wieder zusehen und breche vor lauter Freude in Tränen aus. Sie lächelt mich an und streckt mir Ihre linke Hand entgegen. In Ihrer Hand liegt ein silberner Ring mit einem roten funkelnden Stein. Sie schenkt ihn mir- er soll mich immer an sie erinnern, dass sie immer bei mir ist und wir immer verbunden sind. Ich stecke den Ring an meinen Finger. Sie setzt sich neben mich auf die Bank. Ich halte ihre Hand und wir schauen uns an und genießen die Stille. Wir stehen Hand in Hand auf und laufen zu dem weißen Tor. Wir gehen weiter zu einem wunderschönen See. Wir legen unsere Kleider ab und gehen Hand in Hand in den See- wir tauchen irgendwann unter Wasser und schwimmen wie zwei Meerjungfrauen im See- ein wundervolles Gefühl. Danach schwimmen wir wieder an Land- ziehen unsere Kleider an und laufen zurück zum Gartentor und zur Bank. Ich möchte sie gar nicht loslassen. Aber auf einmal verschwindet sie.

Ich gehe wieder zum weißen Platz zurück und sehe dort eine Himmelstreppe, die sich nach unten windet. Ich zögere und möchte hier bleiben, weil es so schön ist. Ich gehe hinab und bin wieder im Hier und Jetzt.